Therapien

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die regelmäßige Einnahme des Medikamentes „Ernährung und Bewegung“ ist nicht nur die Basis der Diabetestherapie.

Sie kann effektiv den Blutzucker senken und daher auch oft die Therapie reduzieren!

Medikament Handelsname mögliche Nebenwirkungen
Metformin Glucophage, Diabetex, Metformin, Orabet, Onglyza, u.a. Durchfall, Blähungen, Laktatazidose
Gliptine (DDP-IV-Hemmer) Januvia, Galvus, Eucreas, Velmetia, Janumet (Kombination mit Metformin) Übelkeit, Völlegefühl, höhere Anzahl von Atemwegs- und Harnwegsinfektionen
GLP-1-Mimetika Byetta, Victoza Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsabnahme, Bauchspeicheldrüsen- entzündung
Sulfonylharnstoffe / Glinide zB: Diamicron, Amaryl, Novonorm,Glimepiride, Euglucon Unterzuckerung, Gewichtszunahme
Alpha-Glucosidase-hemmer Glucobay Blähungen

Anhand einer Blutuntersuchung werden Leber und Nierewerte untersucht, um mögliche Gründe (Kontraindikationen) zu entdecken, warum bestimmte Medikamente nicht eingenommen werden dürfen.

Was sind meine Zielwerte um das Risiko für Folgeschäden zu minimieren?

Therapierichtlinien beim Diabetiker

  • BZ nüchtern < 125 mg/dl, 2h pp < 140 mg/dl
  • HbA1c < 7.0 %
  • RR < 130/80 mm HG (< 120/80 bei Spätkomplikationen)
  • LDL < 100 mg/dl, < 70 bei Spätkomplikationen mg/dl
  • Triglyceride < 150 mg/dl
  • Insulinresistenz senken!!!
  • - Ernährungsumstellung primäre Therapie!!!
  • - Kein Nikotin!

Neben einem gesunden Lebensstil, muss bei Diabetikern neben der Diabetestherapie auch auf eine Normalisierung der Blutdruckwerte und der Blutfette geachtet werden!

Insulintherapie

Insulin ist ein körpereigenes Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse abgegeben wird. Bei Fehlen des Hormons (Typ1- Diabetes mellitus) muss es ersetzt werden. Bei Typ2 Diabetikern ist zunächst die Insulinproduktion zur Blutzuckersenkung deutlich gesteigert. Nach einer bestimmten Zeit erschöpft sich aber auch hier die Produktion/Wirkung des körpereigenen Insulins. Zu diesem Zeitpunkt sind die Diabetesmedikamente nicht mehr genügend wirksam um den Blutzucker ausreichend zu senken und werden von einer Insulintherapie ersetzt!

Im folgenden Teil werden Ihnen kurz die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Insulintherapie vorgestellt:

Vorab aber WICHTIGES:
Diese Informationen geben nur einen kurzen, unvollständigen Überblick und können keinesfalls das ärztliche Gespräch und die Einschulung ersetzen! Jedoch können alle Therapien auch AMBULANT erlernt werden!

1. Einmalige Insulingabe /Bedtime-Insulin

Unter Beibehaltung der medikamentösen Diabetestherapie wird 1x tägl ein langwirksames Insulin (z.B: Insulatard®, Lilly basal®, Lantus®, Levemir®) gespritzt.

2. konventionelle Insulintherapie / 2x Mischinsulin

Zum Frühstück und Abendessen wird ein Mischinsulin
(z.B: Novomix30, Mixtard 30, Mixture 25, Lilly Profil III,...) verabreicht (Abbildung B).

Durch neue Mischinsuline braucht kein Essspritzabstand von 20-30 min vor der Mahlzeit eingehalten werden, bei den anderen schon!

Dieses Insulinregime kann entsprechend erweitert werden:
Beispiele sind:
Mittags ein 3. Mischinsulin oder ein kurzwirksames (Ess-) Insulin

Etwas flexibler ist die intensiviert konventionelle Insulintherapie:

Neben einem Langzeitinsulin (z.B: Lantus) 1x täglich wird je nach Blutzucker- Höhe ein Essinsulin gespritzt.
Daher ist eine selbstständige Korrektur von erhöhten Blutzuckerwerten möglich, jedoch nur wenn 3x am Tag Blutzuckermessungen durchgeführt werden und 4x täglich Insulin verabreicht wird (Abbildung A).

Abbildung A


Abb. A

Abbildung B


Abb. B

3. Funktionelle Insulintherapie:

Hier erfolgt neben der Basalinsulingabe eine flexible Essinsulingabe – und zwar so oft wie am isst und wie viel Broteinheiten zu sich genommen werden.
Neben der mehrmals täglichen Insulininjektion ist aber ein mehrmals tägliches Blutzuckermessen unerlässlich, ansonsten kann die die notwendige Insulingabe und vor allem auch nicht die evtl notwendigen Korrekturen vorgenommen werden.

Durch diese Therapie wird eine nahezu physiologische Regelung ermöglicht.

Grafik

Ähnlich ist auch das Funktionsprinzip einer Insulinpumpe:

Neben einer kontinuierlichen Abgabe von Insulin /Stunde kann durch Knopfdruck eine bestimmte Menge zusätzlich zum Essen oder zur Blutzuckerkorrektur abgegeben werden.




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